34.218 Euro für die Beratungsstelle des Kinderschutzbundes Trier

Als ich Ende Juni 2026 meine Pilgerreise auf dem Chemin d’Amadour begann, wusste ich nicht, was mich auf diesem Weg erwarten würde. Mein Ziel war es, den gesamten Pilgerweg von Soulac-sur-Mer bis Rocamadour zu gehen – Schritt für Schritt Spenden für die Beratungsstelle des Kinderschutzbundes Trier zu sammeln und gleichzeitig auf die wichtige Arbeit der Einrichtung aufmerksam zu machen.

Unter dem Motto „solidarisch pilgern – Schritt für Schritt helfen“ wollte ich mein Hobby mit einem guten Zweck verbinden. Jede Etappe sollte ein Zeichen der Hoffnung sein – für Kinder, Jugendliche und Familien, die auf Unterstützung angewiesen sind.

Ein beeindruckender Weg!

Die ersten Tage führten mich entlang der beeindruckenden Uferlandschaft der Gironde. Weite Ausblicke über das Wasser, kleine Häfen und die Ruhe der Natur machten deutlich, warum Pilgern mehr ist als Wandern. Es ist eine Einladung, langsamer zu werden, den Augenblick bewusst wahrzunehmen und Gott in der Schönheit der Schöpfung zu entdecken.

Von dort führte der Weg durch die berühmten Weinlandschaften des Médoc bis nach Bordeaux. Die Stadt hat mich mit ihrer Geschichte, ihrer Architektur und ihren bedeutenden Kirchen tief beeindruckt. Besonders die Basilika Saint-Seurin, eine der ältesten christlichen Stätten Frankreichs und seit Jahrhunderten eine wichtige Station für Jakobspilger, war für mich ein Ort des Gebets und der inneren Einkehr.

Hinter Bordeaux veränderte sich die Landschaft. Die Weinberge wichen der sanften Hügellandschaft des Dordogne-Gebiets. Die Wege wurden anspruchsvoller – und gleichzeitig stiegen die Temperaturen immer weiter an.

Die Hitze wurde zur Gefahr

Schon nach wenigen Tagen entwickelte sich die große Hitze zu einer ernsthaften Belastung. Tag für Tag lagen die Temperaturen weit über 35 Grad, teilweise sogar bei über 40 Grad. Schatten war selten, Wasserstellen waren oft weit voneinander entfernt und jeder Kilometer kostete enorme Kraft.

Ich hatte mir fest vorgenommen, den gesamten Chemin d’Amadour bis Rocamadour zu gehen. Doch irgendwann musste ich mir eingestehen, dass ein Weitergehen unter diesen Bedingungen unverantwortlich geworden war. Aus gesundheitlichen Gründen entschloss ich mich deshalb schweren Herzens, die Pilgerreise in Monségur zu beenden.

Diese Entscheidung fiel mir alles andere als leicht. Ich hatte das Gefühl, mein Ziel nicht erreicht zu haben. Rückblickend weiß ich jedoch: Vernunft und Verantwortung gehören ebenso zum Pilgern wie Ausdauer und Durchhaltevermögen.

Das eigentliche Ziel wurde erreicht

Während der Pilgerweg früher endete als geplant, geschah gleichzeitig etwas, das mich tief bewegt hat.

Unzählige Menschen begleiteten die Aktion von zu Hause aus, verfolgten meinen Weg über die sozialen Medien, spendeten, machten anderen Mut mitzumachen und trugen das Anliegen weiter.

Am Ende stand ein Ergebnis, das alle Erwartungen übertroffen hat:

34.218 Euro konnten für die Beratungsstelle des Kinderschutzbundes Trier gesammelt werden.

Dieses großartige Ergebnis zeigt eindrucksvoll, was möglich wird, wenn viele Menschen gemeinsam Verantwortung übernehmen. Jeder einzelne Beitrag – ob groß oder klein – hat dazu beigetragen, Kindern und Familien neue Perspektiven zu eröffnen.

Von Herzen Danke!

Mein herzlicher Dank gilt allen Spenderinnen und Spendern, den vielen Menschen, die die Aktion begleitet haben, den Unternehmen, Vereinen und Institutionen, die sie unterstützt haben, sowie allen, die durch ihre Gebete, ihre Ermutigung und ihre Anteilnahme diesen Weg mitgetragen haben.

Besonders danke ich der Beratungsstelle des Kinderschutzbundes Trier für ihr tägliches Engagement für Kinder und Familien sowie allen Medien, die über die Aktion berichtet haben und dadurch dazu beigetragen haben, viele Menschen für das Projekt zu gewinnen.

Pilgern geht weiter:

Diese Pilgerreise hat mir einmal mehr gezeigt, dass Pilgern weit mehr ist als das Erreichen eines Zielortes. Es geht darum, sich auf den Weg zu machen, Menschen zu begegnen, Vertrauen zu wagen und sich von Gott führen zu lassen.

Auch wenn ich den Chemin d’Amadour aufgrund der extremen Hitze nicht bis zum Ende gehen konnte, wurde das eigentliche Ziel erreicht: Menschen haben sich solidarisch gezeigt und gemeinsam Hoffnung geschenkt.

34.218 Euro sind weit mehr als eine Zahl. Sie sind Ausdruck von Mitgefühl, Vertrauen und gelebter Nächstenliebe.

Dafür bin ich von Herzen dankbar.

Pater Andreas Müller CM

solidarisch pilgern – Schritt für Schritt helfen